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Las Hermanas Mirabal "Las Mariposas"
( Dominikanische Märtyrerinnen )

Las Hermanas MirabalAm 25. November 1960 wurden die drei Schwestern Patria, Minerva und Maria Teresa Mirabal vom dominikanischen Geheimdienst im Auftrag des Diktators Rafael Leonidas Trujillo in einem Hinterhalt brutal ermordet. Diesem politischen Verbrechen gingen mehrere Gefängnisstrafen und internationaler Druck zur Freilassung der Mirabals voraus.

1930 kam Raffael Leonidas Trujillo in der Dominikanischen Republik durch einen Militärputsch an die Macht. Er regierte mit Hilfe seines Geheimdienstes SIM 30 Jahre despotisch, akkumulierte die Produktion und den Handel mit dem Ausland in der Hand seiner Familie und ihm nahestehender Untergebener. Er suchte sich in der chauvinistischen Selbstherrlichkeit eines Despoten bei seinen Reisen und offiziellen Auftritten (z.B. an Schulen) durch das Land jene Mädchen und Frauen, die er sexuell besitzen wollte. Las "Mariposas" und ihr politischer und sozialer Hintergrund Die drei Schwestern Patria (geb. 1924), Minerva (geb. 1926) und Maria Teresa (geb. 1936) wuchsen in einem wohlhabenden ländlich-bürgerlichen Ambiente in Ojo de Agua, Provinz Salcedo, im dominikanischen Landesinneren, auf.



Minerva war diejenige, die ihrem Streben nach Bildung am ehrgeizigsten nachging: Sie ist eine der ersten dominikanischen Frauen, die 1957 den Doktor der Jurisprudenz erlangt, obwohl sie von ihrem Studium auf Grund ihrer Widerstandstätigkeit gegen die Diktatur zeitweise ausgeschlossen blieb.

Maria Teresa graduierte sich zur akademischen Landvermesserin, als Jüngste in der Familie folgte sie schon früh den älteren Schwestern in die Widerstandsbewegung. In den ersten zehn Jahren der Diktatur war die Familie Mirabal nicht unmittelbar vom Geheimdienst bedroht, allerdings hatten Minerva und Patria Kontakt zu anderen Mädchen, deren Familien Opfer des Regimes waren. 1937 wurden auf Anordnung Trujillos mindestens 15.000 haitianische StaatsbürgerInnen, Kinder, Frauen und Männer, auf dominikanischem Territorium ermordet. Auch diese Greueltat ging an den Mirabals, die im landwirtschaftlich genutzten Salcedo wohnten, nicht ungesehen vorbei.

In den 40-er Jahren hatte Minerva Kontakt zu Oppositionellen, sie informiert sich mittels ausländisches Radiosender über die ökonomische, politische und soziale Situation in ihrem Land und findet nach und nach zu Aktivitäten gegen die Diktatur von Trujillo. Am 12. Oktober 1949 (Dia de la Raza, „Entdeckung“ Amerikas durch Kolumbus) lud Trujillo die bereits als Freigeist bekannte und wegen ihrer Schönheit begehrte Minerva samt Familie zu einem Fest in die Residenz seiner Geburtsstadt San Cristobal ein. Bei dem persönlichen Zusammentreffen stellt sich für den Diktator heraus, dass er die schöne und intelligente Frau weder persönlich noch politisch auf seine Seite ziehen kann. Minerva zeigte Würde und Stolz, zwei Dinge, die allein dem Diktator zuzustehen hatten, und ganz bestimmt nicht einer Frau.

Las Mariposas

Eine Abfuhr dieser Art wurde damals als ein grobes Vergehen gehandhabt. Die Familie verließ das Fest vorzeitig unter einem Vorwand, entkam aber der Verfolgung nicht: Vater, Mutter und Tochter Minerva wurden arrestiert, freigelassen, zwei Jahre später wieder arrestiert und freigelassen. Der Vater hält dem Druck gesundheitlich nicht Stand und stirbt bald nach der Entlassung aus der Haft. 1952 nimmt Minerva erfolgreich ihr Jusstudium auf, wird aber vom Regime zu Unterbrechungen gezwungen. 1955 heiratet sie den Studienkollegen und Oppositionellen Manolo Tavarez, sie zieht mit ihm nach Monte Cristi, wo ihre Kinder Minu und Manolito zur Welt kommen. 1957 schließt sie ihr Studium mit dem Doktorat ab. 1959 zieht sie aus privaten und politischen Gründen wieder zu ihrer Mutter nach Ojo de Agua, und ist nun den Schwestern wieder nahe. In dieser Zeit kam es auf der Nachbarinsel Kuba zur erfolgreichen Revolution gegen die Diktatur. Im eigenen Land war die ökonomische und politische Situation aussichtslos.

Am 14. Juni 1959 versucht das "Movimiento de Liberacion Dominicana" aus dem Exil zurückkehrend, einen bewaffneten Aufstand, der vom Trujillo-Regime brutal niedergeschlagen wird. Das Regime ermordete alle TeilnehmerInnen zahlreiche Tatverdächtige. Aber für viele junge Menschen war die Situation schon zu unerträglich geworden, sie überwanden die Angst vor dem Terrorregime mit Rebellion. Minerva gehört an führender Stelle zu jenen, die bald darauf in der Bewegung "14. Juni" eine neuerliche Widerstandsbewegung gegen den Tyrannen organisierten. Die Bewegung wurde aber kurz nach ihrer Formierung im Jänner 1960 von Trujillos Regime entdeckt und hunderte junge Männer und Frauen wurden festgenommen und gefoltert, darunter Minerva, Maria Teresa, ihre Ehegatten, sowie jener von Patria. Unter den Gefangenen befanden sich viele Frauen. Minerva und Maria Teresa wurden auf internationalen Druck und auf Protest der Katholischen Kirche hin freigelassen, wieder gefangengenommen, und im August 1960 gegen Hausarrest wieder freigelassen. Viele andere führende Mitglieder der Bewegung blieben aber in Haft, darunter die Ehemänner der Mirabal- Schwestern.

Sie wurden im Oktober 1960 ins Gefängnis nach Puerto Plata, in den Norden der Insel, verlegt. Trujillo hatte zu dieser Zeit nicht mehr besonders viel Rückhalt in der Bevölkerung, und er zweifelte nicht an der Entschlossenheit der Mirabal-Schwestern, eine politische Änderung herbeizuführen. So inszenierte der SIM am 25. November 1960, nachdem sich die Schwestern über das Bergland nach Salcedo auf dem Heimweg vom Gegfängnisbesuch bei ihren Ehemännern in Puerto Plata befanden, einen Autounfall, der in Wahrheit ein Hinterhalt war, bei dem die drei Schwestern und der Chauffeur Rufino de la Cruz , ebenfalls ein junger Oppositioneller, hingerichtet wurden. Einige Monate später wurde Trujillo selbst in einem Hinterhalt ermordet und es begann für die Dominikanische Republik ein langwieriger Prozess an Demokratisierung, Einforderung von Menschen- und Frauenrechten und internationaler Positionierung, der bis heute anhält.

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Artikel erstellt von: Franz am 04.05.2005



 


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